.:lebenswaise:.

von woelfen und schafen und anderen ueberfaellen des taeglichen lebens



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United Voices werden 10

Fast nicht zu glauben, aber United Voices sind inzwischen ganze zehn Jaehrchen alt! Andererseits, es war gar nicht so schlecht, das Jubilaeumskonzert anzuhoeren, da man so in den Genuss einiger alter (und irgendwie doch schmerzlich vermisster) Stimmen kam. Sieben Frauen und zwei tenorlagige Maenner sind eben kein Ersatz fuer das ausgewogen besetzte, teilweise sogar extrem charismatische Ensemble, als das ich United Voices vor Jahren kennenlernen durfte.

Sicher, es gibt immer Fluktuation: der eine macht inzwischen ein Solo-Projekt, andere sind berufsbedingt quer durchs Land gezogen und und und. Aber es hat dem Gesamtklang nicht wirklich gut getan, nun ueber keinerlei tiefe Lagen mehr zu verfuegen.

Positiv ist hingegen auf jeden Fall anzumerken, dass die Buehnenpraesenz vieler "Voices" inzwischen doch erheblich natuerlicher wirkt, auch wenn im Rahmen der Jubilaeumskonzerte nicht mehr ein(e) jede(r) zu seinem ureigensten Solo kam.

Insgesamt ein Abend, an dem man lernen konnte, dass selbst fuer einen Raum ueberdimensionierte PA bis an den Klirrfaktor gefahren werden kann, waehrend sich der enthusiasmierte Zuhoerer fragt, ob er nicht vielleicht doch die Ohropax-Schaechtelchen haette mitnehmen sollen, wie zu Rock- und Metal-Konzerten ueblich. Die dargebotene Freude an der Musik glich dabei die Patzer der Technik aus, mit besserer Abmischung haette man sich sogar wirklich entspannt amuesieren koennen. So kann man das Ganze als durchaus gelungenen Abend fuer den Fankreis betrachten, der sicherlich auch voll auf seine Kosten kam.
20.2.06 10:45


In eigener Sache

... stelle ich mal wieder fest, dass ich wider alle Bemuehungen letztlich doch montags blogge. Und dass mich keine zehn Pferde ins Netz kriegen, wenn ich die Nase zu tief ins reale Leben stecke. Das ist dann zwar nicht der Sinn eines Blogs, aber lieber wenig und anstaendig als viel und aussagefrei, oder?
20.2.06 10:47


Medlz

*aechz* ich geb zu, _das_ Konzert ist jetzt wirklich schon ein paar Tage her. Aber wo ich just dazu komme, will ich zu den fuenfen kurz eine Reminiszenz hinterlassen:

Es war einmal zu einer Zeit, da tourte eine A-Cappella-Gruppe durchs Land, die sich Nonets (Site moeglicherweise schon im "Medlz-Style") nannten. Eigentlich eine sehr gut anzuhoerende Gruppe junger Frauen, deren Konzerte gar nicht so schlecht besucht waren. Nun begab es sich, dass mensch sich Konzertkarten kauft und freute. Der Abend des Konzerts naeherte sich, mensch betrat die konzertante Staette - und lernte die Medlz kennen.

Nein, ich kann wirklich nichts dafuer, dass sie sich so cool geben und Kidzsprech imitieren. Andererseits haben sie inzwischen ein Programm, das den Gedanken, sie wuerden mit einer echten Band im Hintergrund deutlich besser klingen, nicht wirklich fernhaelt. Dann kaemen sie von Look und Arrangement in etwa in die Naehe der besseren, lecker gecasteten Popbands.

Das Repertoire ist noch ein wenig unentschieden zwischen Coverversionen und Eigenkompositionen, wobei letztere daran kranken, dass sie (popgruppenartig) einfoermig klingen und wirken. Nach dem dritten oder vierten Stueck verschwimmen die Unterschiede. (Nicht, dass jetzt der falsche Verdacht aufkommt: So einfoermig wie Modern Talking sind sie nicht, aber wirklich abwechslungsreich eben auch nicht.) Eigentlich schade, die Texte selbst gaeben durchaus mehr her. Ein echter Lichtblick ist hingegen die Konteraltistin, deren Stimmbereich in allerfeinste tiefe Lagen reicht. Da kann man(n) schwach werden ...

Gesamteindruck: Durchaus anhoerenswert, aber noch deutlich steigerungsfaehig. Schreiben wir es einfach der Umgruendung zu und hoeren in einem Jahr noch mal rein, wie sie sich entwickelt haben.
20.2.06 11:01


Intermezzo

Und wo ich grad dabei bin, noch ein kurzer Konzertrueckblick. (Dann ist fuer heute aber auch Schluss )

Ebenfalls fast neu gegruendet sind Intermezzo. Doch obwohl von der vorigen Besetzung nur noch 25 % uebrig geblieben sind, hat die Qualitaet den Ensembles darunter in keiner Weise gelitten. Selbstverstaendlich lassen sich die neuen Stilelemente erkennen, die veraenderte Ausrichtung der Buehnenshow passt jedoch hervorragend zur neuen Gruppe und den neuen Stuecken.

Geblieben ist der familienkompatible Touch, geblieben auch eine atemberaubende Buehnenpraesenz aller Ensemblemitglieder. Ebenso ist die Show weiterhin fast unter experimentellem Musiktheater einzuordnen, und selbstverstaendlich ist das Klangbild immernoch fast unverschaemt rund und perfekt. Fast fragt man sich, ob es wirklich nur vier Stimmen sind, die man hoert ...

Doch trotz aller Vertrautheit - Intermezzo ist neu. Erfrischend. Ueberraschend. Witzig. Humorvoll. Voller Kraft. Einfach die konsequente Weiterfuehrung der bisherigen Arbeit auf einem hochprofessionellem Niveau.

Es gibt wenige Gruppen, die mich ueber die Jahre so fasziniert und immer wieder ueberrascht und in ihren Bann geschlagen haben, Intermezzo gehoert auf jeden Fall dazu. Egal, wieviel Skepsis anfaenglich der Umbesetzung und Neuausrichtung entgegen stand, sie beherrschen die Buehne und ihr Publikum und nehmen ihre Zuhoerer immer wieder mit auf eine neue, spannende Reise in die Welt der Musik. Sehr empfehlenswert!
20.2.06 11:12



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