.:lebenswaise:.

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Weibergeschichten

Na gut, der Name der Gruppe ist vielleicht nicht exakt uebersetzt, aber in gewisser Weise trifft er durchaus den Kern der Sache ...

Female Affairs haben ein neues Programm und sind damit On Tour. Das Highlight: Sie scheinen endlich herausgefunden zu haben, dass ihr Stil eher nicht in die Rubrik A-Cappella-Pop-Comedy faellt, sondern dass sie viel eher rockig sind. Jedenfalls machen sie eine erstaunliche, und sehr sehr positive Verwandlung durch, wenn sie von ihrem "Old Style" zu den neuen Klaengen wechseln. Dann sind da ploetzlich wirklich Stimmen zu hoeren, die Bewegungen/Choreografien sehen nicht mehr gewollt aus, sondern kommen zustande, weil die Maedels (und ihre Mouth-Percussion-Unterstuetzung) einfach mitgehen. Im Prinzip erfaehrt ihr gesamtes Konzert eine 180 Grad Wendung vom Bemueht-Guten zum Mitreiszend-Fantastischen.

Ein kurzer Rueckblick:

Samstag, 19.30 Uhr, Tor 6: Himmel und Menschen, die Lokalverbundenheit der Gruppe wird mir bewusst. Ich habe das Tor 6 noch nie ausgebucht gesehen. Jetzt suchen sie verzweifelt weitere Sitzgelegenheiten ...

19:40 Uhr: Wir haben einen Sitzplatz mit direktem Blick auf den Soundmixer ergattert. Der Mann hat sogar einen richtigen Ablaufplan.

19:50 Uhr: Der Soundmensch wackelt zu seinem Sitz. Erstaunlicherweise wechselt er den Platz des Ablaufplans vom gut ausgeleuchteten bisherigen zu einem im Dunkeln liegenden. Dafuer ist der intensive, fast unschluessige Blick auf selbigen sehr erheiternd. Zumindest, so lange man daraus noch keine Schluesse auf das voraussichtliche Tonergebnis zieht.

20:05 Uhr: Es geht los. Bedauerlicherweise erfuellt der Soundmixer meine Erwartungen bezueglich seiner Qualitaeten: Der Ton ist gruselig. Das komplette erste Lied bleibt die Band im Dunkeln, keine Ahnung, wer sich diese Lichtregie ausgedacht hat, der Lichtmensch selbst eher nicht, der wirkt ungluecklich. Mitte des zweiten Stuecks bekommt man die Truppe dann auch endlich wirklich zu sehen. Kleidungskonzept: Jeans und Lila. Ob das jeweils eine glueckliche Entscheidung war ...?

Die gesamte erste Teil des Konzerts glaenzte leider nur im Solo der Konteraltistin, die ganz offensichtlich ihren Gesang lebte. Die zweite Halbzeit begann mit einem eher missglueckten Event: Eigentlich sollte wohl ein Orchester imitiert werden, dass sich nach der Pause im Orchestergraben einfindet, die Instrumente stimmt und auf den Dirigenten wartet. Die Idee als solche ist durchaus witzig, die Umsetzung war aber eher ungeschickt. Insgesamt stellte dieses erste Stueck der zweiten Haelfte den absoluten Tiefpunkt des gesamten Konzerts dar, kaum ein korrekt intonierter Ton, furchtbare Aussteuerung und die Demonstration, dass sie klassischen Gesang deutlich nicht beherrschen, machten aus einer eigentlich sehr witzig gemeinten Mozart-Imitation eine Farce, die sich der Qualitaet einer Florence Foster Jenkins annaeherte.

Allerdings ...

... als sie nach einigen weiteren Liedern ploetzlich den Stil wechselten und rockig wurden (und blieben), blieb mir fast die Luft weg: Saubere Intonation, Leben in Stimme und Koerper, Spannung, interessante Arrangements --- ploetzlich ging all das, was vorher schmerzlich vermisst war! Und das Publikum dankte es, tobte, ging ohne jegliche Einschraenkung mit, hatte einen Riesenspasz. Vier rockige Stuecke im regulaeren Programm, danach Zugaben, die (auch bei alten Stuecken) endlich mit sauberen Klaengen und Leben glaenzten, ich bin durchaus positiv beeindruckt von dem wirklich vorhandenen Koennen und hoffe, dass die Maedels in dieser Richtung weiter arbeiten werden. Denn dann sind sie auf dem besten Weg!
9.1.06 10:27
 


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