.:lebenswaise:.

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Kultur, die andere

Von diversen Arten Kultur ist der Mensch ja gemeinhin betroffen oder er kennt zumindest den entsprechenden Begriff. Sei dies Sprach- oder Unterhaltungskultur, auch Ess- oder gar Wellnesskulturtrips sind dem Gemeinvermoegenden nicht vollkommen fremd. Aber was um alles in der Welt ist das hier?

lebenswaise am 26.1.08 20:54


Das Jahr danach

Die Drohung, dass mich das reale Leben da drauszen, also das mit der Sonne und den duftenden Blumen und dem glitzernden Schnee und dem blinkenden Meer, ein- und ueberholt haette, war nicht wirklich aus der Luft gegriffen. Seitdem hat sich fast das ganze Leben umgekrempelt, es gab Dutzende wunderschoener Konzerte, rauschende Feste und all die vielen Genuesse, deren das Leben einem eben so reichhaltig zur Verfuegung stellt.

Aber nachdem ich inzwischen desoefteren gefragt werde, wie es denn meinem Blog ginge, war der Antriebsmoment grosz genug, um einen frischen Artikel zu schreiben.

Eigentlich einen Artikel, der hier auf den ersten Blick vielleicht verwirrend einsortiert erscheinen mag, blickt er doch nicht wie sonst ueblich auf Konzerte zurueck. Genau genommen handelt es sich um eine Buchreflektion.

Vor kurzem hatte ich die wunderbare Gelegenheit, Richard Powers' "Der Klang der Zeit" (ISBN 3-596-15971-7) lesen zu duerfen. Empfohlen wurde es mit der Anmerkung "Wenn du dich fuer Musik interessierst, ist das bestimmt was fuer dich." Nun - es "ist was fuer mich". Allerdings haette ich nie erwartet, das zu lesen, was ich letztlich kaum aus der Hand legen konnte.

Die Geschichte spielt in den Vereinigten Staaten des letzten Jahrhunderts, sie erzaehlt die Geschichte einer Familie. Einer farbigen, einer juedischen, einer wirklich gemischten Familie. Dabei reihen sich viele Einzelepisoden aneinander, ergaenzen sich wie die Steine eines Mosaiks, dessen Motiv und Schoenheit sich erst erschlieszt, nachdem man wirklich alle Steine beisammen und richtig geordnet hat.

Und obwohl die Schoenheit beeindruckend ist, ist die Beklemmung, die sich mit jeder Seite staerker einstellen will, kaum zu verleugnen. Seelenvoll zeichnet Powers in seinem Buch die Schwierigkeiten und Probleme, die massive Rassendiskriminierung und teilweise unbarmherzige Verfolgung der Protagonisten, ihrer Eltern und Kinder. Dabei bewegt sich sein Stil zwischen Fast-Fantastik und Reportage, laesst kaum Luft zum Atmen, laesst sich verfolgen und ist doch zugleich selbst Verfolger des Lesers.

Den Rahmen um all dies bildet die Musik. Sie entfremdet Menschen, sie fuehrt sie zueinander, schenkt ihnen in gleichem Masze Verstaendnis und Liebe als auch Ablehnung, zeugt Freude so gut wie Neid und Missgunst. Die Protagonisten erfahren durch die Musik so viel Glueck und Leid, dass man als Leser nicht anders kann, als den Emotionen zu folgen, voller Betroffenheit und Mitgefuehl.

Dennoch verliert man nicht einen Moment die Tatsache aus den Augen, dass die Geschichte erzaehlt wird aus einer Perspektive der Traurigkeit und des Rueckblicks, einer Perspektive, die unaufhaltsam einem grausamen Ende entgegen strebt.

Richard Powers erzaehlt so weit abseits des gewohnten Mainstreams, mit einer solchen Inbrunst und Intensitaet, dass man nicht einen Moment zoegern moechte, um sich mit dem Schicksal der Familie auf jeder folgenden Seite vertraut zu machen, mit ihnen zu durchleben, was an Faehrnissen auf sie zukommt.

Doch so perfekt die Geschichte selbst erzaehlt wird, so beklemmend ist sie in ihrer Reflektion. Der tiefe, religoes und durch die Hautfarbe bedingte Zwist und Bruch zwischen Eltern und Kindern dreier Generationen einer Familie zeigt in seinem ganzen Verlauf die Dramatik der Entwicklung in den Vereinigten Staaten, und fuehrt vor Augen, was den meisten europaeischen Lesern wohl nicht gelaeufig sein wird: Die erschreckenden Ausmasze des Rassenhasses im Lande der Freiheit.

Am Ende bleibt der Leser zurueck mit einer Fuelle eigener Gedanken und Empfindungen, mit einer Fuelle eigener Sehnsuechte und Traeume, die sich wohl bei dem einen oder anderen vor dem Hintergrund des gerade gelesenen einen neuen Platz im eigenen Wertegefuege suchen werden.
lebenswaise am 21.8.07 18:53


Flamewar

Monate ins Land gegangen, diverse Konzerte gesehen, gehoert und erlebt, aber nicht hier darueber berichtet - das reale Leben haelt einen manchmal mit allen Krallen fest und laesst einfach nicht ein bisschen locker.

Gestern jedoch geschah etwas wirklich Bemerkenswertes in einer Kategorie, ueber die ich hier eigentlich nicht schreiben wollte: Ich konnte mein Flamewar-Portfolie mit einem wirklich guten Pro-PHP-Argument aufwerten. Es heiszt:

Wer PHP kann, wird morgens von Fleurop mit Blumen belohnt.

Ich sehe schon das grosze Fragezeichen in deinen Augen, lieber Leser. Was um alles in der Welt hat denn PHP mit Fleurop zu tun? Ich will es gern erklaeren.

Seit Jahren programmiert S unter anderem in der Sprache PHP und ist zusaetzlich im IRC unterwegs, einem Chatsystem, in dem es unter anderm einen internationalen "Raum" gibt, in dem man sich ueber diese Sprache (PHP) unterhaelt. Nun begab es sich, dass sich dort jemand (nennen wir ihn W) oeffentlicher Denkbefreitheit befleiszigte, so dass er des Chatraumes verwiesen wurde. W kam wieder, verbreitete erneut verwirrende Dinge und wurde zum zweiten Male des Raumes verwiesen. Einer der Raumbetreuer schlug daraufhin S vor, bei der naechsten Konfrontation mit W selbst als Verweisender taetig zu werden, was S mit einem "Das kann ich doch gar nicht, ich bin doch ein harmloses, liebes Maedel!" beantwortete. Das der Aussage folgende Amuesement kann der geneigte Leser sich sicherlich vorstellen.

Ein weiterer "Bewohner" dieses Chatraums - nennen wir ihn "I" - konnte sich kaum vorstellen, dass es sich bei S wirklich um ein weibliches Wesen handeln solle und schlug zur Ueberpruefung dieses Sachverhalts vor, ihn am Wochenende einzuladen. S, nicht auf den Kopf gefallen, erwiderte: "Natuerlich. Ich leite da eine Veranstaltung, hier ist die URL, lad dir die Anmeldung herunter, fuell sie aus und schick sie mir. Und dann sehe ich dich dort am Wochenende."

Stille.

Einige Minuten spaeter frug I: "Sagemal, ist das richtig, dass ihr da einen Schwertkampfworkshop macht?" "Klar," sagt S. "Und ein Mittelaltermarkt ist dort ebenfalls?" "Klar," sagt S. "Ich muss da hin!" sagt I, schickt die Anmeldedaten, organisiert sich sein Mittelalterzeug quer durch Deutschland (schwer! so ein Kettenhemd wiegt diverse Kilo, ein Schwert und ein Schild noch mehr ...) und verbringt ein Wochenende auf einer Veranstaltung, von der er noch nie zuvor gehoert hatte.

Sonntag, Abreisetag. I packt seine Sachen, verletzt sich durch einen dummen Zufall schwer an der Hand. S begleitet ihn ins Krankenhaus, bringt ihn mit frisch geroentgter Hand zurueck zur Veranstaltung. Problem: I ist mit dem Mietwagen da, den er aufgrund seiner Handverletzung nun sicher nicht mehr fahren kann. Zugfahrt ist auch eher keine richtig sinnvolle Loesung, da das Gepaeck einige Dutzend Kilo wiegt und nicht unbedingt in die Kategorie "moechte man mit einer Hand tragen, waehrend die andere verletzt ist" faellt. Loesung: S bietet an, I nach Hause zu fahren. Das beinhaltet einen unscheinbaren Umweg von ein paar hundert Kilometern und etwas Organisation (Eintragen von S als Fahrer auf dem Mietvertrag der Autovermietung, deren naechste Lokation zu weit entfernt ist, um sie noch waehrend der Oeffnungszeiten zu erreichen und die daher gern S' Fuehrerschein via Fax von der oertlichen Polizei haette; Klaerung einiger die Veranstaltungsorganisation betreffenden Fragen; usw. usf.). Abends gegen zehn fahren S und I vom Hof. Morgens halb eins sind sie am Ziel. Schlafen, aufstehen, Auto abgeben, Bahnticket erstehen, heimfahren.

Und gestern ist S noch nicht ganz wach, da klingelt es an der Tuer und ein Fleurop-Bote steht davor und liefert Blumen.


Moral: Ohne das Interesse fuer PHP haette S niemals den entsprechenden Chatraum aufgesucht, haette niemals auf eigene Unschuld angespielt, niemals I auf eine Veranstaltung eingeladen ... und so auch niemals die Blumen erhalten. Also merke:

Wer PHP kann, wird morgens von Fleurop mit Blumen belohnt.




PS: Natuerlich ist die Geschichte schon auf wenige Eckpunkte eingedampft.

PPS: Und um es noch mal anzumerken: Flamewars darueber, welche Sprache denn nun "die beste" sei, sind albern. Genauer, sie reizen maximal zum Kopfschuetteln, denn wer an dieser Stelle diskutiert, denkt in Bahnen, die der denkende Mensch weder nachvollziehen kann noch will. Es gibt einfach keine "beste Sprache", es gibt nur die unter gegebenen Umstaenden fuer eine bestimmtes Problem die Sprache, in der sich selbiges am effektivsten loesen laesst.
lebenswaise am 11.8.06 19:50


Ostern ...

... ist glorreich vorbei und es ist ausreichend passiert, um abwechslungsweise wieder eine Runde Blog zu schreiben.

Ich staune immer wieder, wer so alles zur treuen Leserschaft gehoert - erwartet habe ich das bei vielen nicht unbedingt, aber wenn es euch gefaellt, was ihr zu lesen bekommt, ist das ja durchaus etwas Positives.

Was wollte ich denn eigentlich gerade erzaehlen? Ah ja, Ostern. Das verregnete Fest von Kreuzigung, Liebe und Auferstehung (zumindest laut christlichem Brauchtum) hat mich zu der Frage gefuehrt, was eigentlich die Amerikaner Ostern treiben? Wie wird auf der anderen Seite des Groszen Teichs dieser markante Punkt der christlichen Geschichte wahrgenommen? Easter Eggs als solches sind ja durchaus ein Begriff, nur wie umgesetzt? Ideen? Quellen? Irgendjemand?
lebenswaise am 18.4.06 13:02


Sammelsurium

Manchmal laufen einem ja die aus unterschiedlichsten Gruenden als spannend empfundensten Webseiten ueber den Weg. Und da das heute auch der Fall war, hab ich mich mal zu der neuen Zusatzseite Sammelsurium aufgerafft.


Kommentare, Vorschlaege?
lebenswaise am 20.1.06 12:44


Hardware 2

Gestern ist die neue Digitalkamera eingetrudelt. Sehr fein. Damit kann ich zumindest deutlich besser umgehen als mit dem USB-Stick. Alle Spielereien hab ich zwar noch nicht drauf, aber wer will schon gleich am ersten Tag einen Animationsfilm im Stile des Sandmaennchens mit einer Kamera drehen?

Aber die ersten Bilder sind schon recht vielversprechend.

Ach so, was fuer eine? Guckstu:

Panasonic. Lumix DMC-FZ20EG-K
lebenswaise am 20.1.06 12:07


Hardware

USB-Stick bestellt. Geliefert. Ausgepackt. Angestoepselt.

Rechner 1: Automatische Erkennung und Bereitstellung. Ich kann damit arbeiten. Gut.

Rechner 2: Automatische Erkennung und Bereitstellung. Ich kann damit arbeiten. Prima.

Rechner 3: Nach etwas Suchen stelle ich fest, dass der Stick zumindest wahrgenommen wird. Nur das mit dem Einbinden und Bereitstellen ist (trotz Hotplug) so eine Sache. Allerspaetestens dann, wenn ich das Ding wieder vom System abmelden will. *seufz*

Vielleicht sollte ich nach Jahren der Hardware-Abstinenz mal was fuer die Auffrischung meines Wissensstands tun?
lebenswaise am 20.1.06 11:59


Statistik

Ich habe wirklich Leser, die fast taeglich vorbei gucken und sich ueber das Wohl und Wehe von Schafen und Woelfen informieren, wow! Woher auch immer ihr kommt, fuehlt euch zu Hause

Und wo wir gerade dabei sind, vielleicht gibt es demnaechst noch deutlich mehr ueber Schafe und Woelfe hoechstselbst zu entdecken, mehr oder minder "aus eigener Feder" ... als wenn Schafe oder gar Woelfe Federn haetten ... jaja ...

Aber wir wollen ja nicht paepstlicher sein als der Papst.
lebenswaise am 20.1.06 11:55


Drucken mit Windows



... es gibt Tage, da hab ich Windows richtig lieb ... Gott sei Dank hab ich abgebildetes Fenster nicht auf meiner Kiste gesehen ...
lebenswaise am 9.1.06 11:18


Gesundheit!

Es ist schon uebel: Erst quaelt man sich mit einem Virus, dann mit einer Bronchitis und dann mit nem fetten Schnupfen. Das ganze innerhalb von fuenf Wochen. Zusaetzlich legt man Wert darauf, sich die Kniescheibe mithilfe eines Stahl-Felgenkranzes zu demolieren, indem man selbigen samt daran befindlichem Reifen gegen erstere fallen laesst.

Jetzt wuerde ich gern wissen, was ich falsch mache.
lebenswaise am 29.11.05 12:12


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